Ralf Wurth gibt OVZ Interview über seine Ziele als neuer Landrat
Auf persönliche, private und politische Fragen stand Landratskandidat der Oberbergischen Volkszeitung (OVZ) Rede und Antwort. Als sein vorrangiges Ziel bezeichnete es Wurth, das Oberbergische in der Politik wieder an die erste Stelle zu setzen. Er bemängelte, dass seinen Mitbewerber aus den anderen demokratischen Parteien zu häufig die Bereitschaft fehlt, sich auch dann für die oberbergischen Belange einzusetzen, falls diese den eigenen Parteiinteressen zuwider laufen. Im Detail antwortete Wurth auf die OVZ-Fragen wie folgt:
Das Interview der OVZ an die Landratskandidaten Ralf Wurth im Detail:
Persönliches
Name: Ralf Wurth
Alter: 49
Familienstand: ledig
Beruf: Diplom-Volkswirt; derzeit tätig als Stellvertreter des Kaufmännischen Direktors und Abteilungsleiter Wirtschaft im LVR-Klinikum Düsseldorf – Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Hobby: Lesen, Wandern, Rad fahren, im Winter Skilaufen
Privates
Mein Lieblingsbuch: Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen, München 2000
Meine Lieblingsmusik: Easy Listening z.B. von Diana Krall, Lisa Bassenge, Sade oder Working Week, A-Capella-Stücke der Wise Guys
Mein Lieblingsfilm: Star Wars – Episode IV (Eine neue Hoffnung)
Meine liebste TV-Serie: z. Zt. die Tagesschau vor 20 Jahren (läuft täglich um 22:45 Uhr auf Eins Extra)
Meine Lieblingsspeise: Spaghetti alla Carbonara
Mein Lieblingsgetränk: abends ein trockener Weißwein
Mein liebstes Reiseziel: im Frühsommer oder Herbst der Spreewald, im Winter das Tuxer-tal in Tirol, ansonsten das Bergische Land
Meine liebste Freizeitbeschäftigung: Ausspannen
Mein größtes Laster: manchmal meine Ungeduld, Kaugummis, Zigarillos
Mein größter Wunsch: Die Verwirklichung des utopischen Prinzips Hoffnung; das wird – nach Thomas Morus – dann wahr, wenn sich Wolf und Schaf in Liebe umarmen.
Politisches
Bitte ergänzen Sie die folgenden Sätze ohne weitere Sätze hinzuzufügen:
Landrat sein bedeutet für mich die Herausforderung, meine Heimat für die in ihr lebenden Menschen besser und gerechter zu gestalten.
Die Bürger sollten mich wählen, weil für mich – im Unterschied zu meinen Gegenkandida-ten – das Oberbergische Vorrang haben wird.
Die wichtigsten Aufgaben des neuen Landrats sind die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen im Kreis, die hierfür notwendige Fortentwicklung der oberbergischen Wirt-schaftsregion sowie der ortsnahen Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Modernisierung und Verschlankung der Kreisverwaltung, die Ausweitung und das möglichst kostenfreie Bereitstellen von Kinderbetreuungsangeboten als Schritt in Richtung familienfreundlicher Kreis sowie die Verbesserung der Mobilitätsangebote, egal ob Bahn, Bus oder Individual-verkehr.
Als Landrat werde ich als erstes einen Kassensturz vornehmen müssen, da der noch amtierende Landrat sich weigert, schon heute den anstehenden schlimmen finanziellen Problemen ins Auge zu sehen.
In der Region Köln/Bonn ist Oberberg der l(i)ebenswerteste und landschaftlich schönste Teil, leider aber auch eine der Gegenden mit größeren arbeitsmarktpolitischen Proble-men.
Die Menschen in Oberberg sind tolerant, aber manchmal eigensinnig, erfindungsreich, fleißig, zuverlässig und im Übrigen vielfältig wie die Landschaft, in der sie leben.
Den Menschen in Oberberg fehlt manchmal ein durchaus gerechtfertigtes Selbstbewusstsein sowie die Bereitschaft, gemeinsam für die eigenen Ziele zu kämpfen.
Das Verhältnis des Kreises zu den Städten und Gemeinden ist entwicklungsfähig und verbesserungswürdig, da der Kreis viel zu häufig als übergeordnete Behörde und nicht als Partner auftritt.
Das Land sollte für Oberberg zumindest das tun und leisten, was die örtlichen Wählkämpfer der derzeitigen Regierungsparteien im Landtagswahlkampf 2005 versprochen haben.
Den demographischen Wandel gestalten wir, indem wir erstens dessen Einfluss durch eine aktive Kinder- und Familienpolitik abmindern, zweitens den Erfahrungsschatz der Älteren als Chance begreifen und drittens bereits heute unsere öffentliche Infrastruktur auf die größere Zahl älterer Menschen vorbereiten.
Eine VfL-Halle in Gummersbach ist ein anzustrebendes Ziel der Stadtentwicklung, für dessen Erreichen die Hauptverantwortung in Gummersbach liegt und bei dessen Verwirk-lichung der Kreis durch Anmietung von Nutzungszeiten gerne hilft.
Arbeitsplätze können wir erhalten und schaffen durch eine arbeitsmarktorientierte regio-nale Wirtschaftsförderungspolitik, in der regionale Kompetenz-Schwerpunkte unterstützt werden, in der der Branchenmix erhalten und um Wachstumsbranchen (produktionsnahe Dienstleistungen, nachhaltige Herstellungsverfahren, Umwelttechnik, Tourismus) erwei-tert wird, bei der die Infrastruktur insbesondere im Kommunikationsbereich verbessert wird und in der wir auf eine fortwährende Qualifikation aller Arbeitskräfte (lebenslanges Lernen) achten.
Meinen Konkurrenten um das Landratsamt fehlt die Bereitschaft, sich auch dann für die oberbergischen Belange einzusetzen, falls diese den eigenen Parteiinteressen zuwider laufen.
Für die Zukunft sehe ich große Herausforderungen, die wir im Oberbergischen aber durch ein gemeinschaftliches Handeln meistern können.
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